Idee und Intention des Projektes war es, älteren mobilitätseingeschränkten Menschen, die den Wald nicht mehr selbstständig besuchen können, eindrucksvolle und lebendige Naturerfahrungen zu ermöglichen. Die Neuwieder Bürgerstiftung engagierte Waldpädagogin Victoria Mayer als Kursleiterin. Sie brachte „den Wald“ in Form von ganz unterschiedlichen Wald-Materialien und eine ihrer zahmen Eulen in die Einrichtungen der AWO mit.
Insgesamt 24 Senioren nutzten die beiden 2-stündigen Veranstaltungen, die jeweils vormittags und nachmittags angeboten wurden.
Zum Einstieg bot Frau Mayer viele spannende Informationen und Geschichten rund um den Wald und seine tierischen Bewohner, insbesondere die Eulen.
In beiden Gruppen entwickelte sich schnell ein lebhafter Austausch, jeder konnte an die Thematik anknüpfen. Das mitgebrachte Bild- und Naturmaterial weckte viele Erinnerungen an frühere Naturerlebnisse. Verschiedene Zapfen, Baumfrüchte, Äste, und Riechanreize wurden herumgereicht, konnten erfühlt und betrachtet werden. Ein besonders „eindrückliches“ Erlebnis bot der mitgebrachte „Barfußpfad“. In den begehbaren Stationen mit Blättern, Rinde, Holzwolle und Holzscheiben wurden die bestrumpften Seniorenfüße stimuliert. Eine Teilnehmerin konnte „das Holz bis auf die Jahresringe fühlen“.
Die Spannung stieg, als die Themen immer mehr auf die angekündigte handzahme Schleiereule Charlie zusteuerten.
Es war beeindruckend, wie viele eigene Erfahrungen und Geschichten die Senioren über Eulen ins Gespräch einbrachten. Und wie groß das Interesse war, noch mehr über die Lebensweise von Steinkauz bis zum Uhu zu erfahren. Gut verständlich und humorvoll beantwortete Frau Mayer die Fragen über Schlaf- und Jagdverhalten, Ernährung sowie besondere Form der Verdauung und Ausscheidung („Gewölle“ und „Schmelz“). Auch die leider geringer werdenden Lebensräume und Artenbestände wurden thematisiert.
Dann war Schleiereule Charlie leibhaftig im Raum und zog alle in ihren Bann! „So ein wunderschönes Tier“ war immer wieder zu hören. Fasziniert folgte man Frau Mayers Ausführungen über Charlies besondere Fähigkeiten: Dass er ein kleines Mäuschen noch in vielen Metern Entfernung hören kann. Und die Beute im geräuschlosen Anflug überraschen kann. Einige mitgebrachte Exemplare der großen, filigran aufgebauten Schwungfedern von Charlie, die er ab und an bei der „Mauser“ verliert, verdeutlichten dies.
Mit humorvollen Anekdoten rund um die Gewöhnung eines Eulenkükens an den Menschen sorgte Frau Mayer weiter für große Spannung. Das abschließende Highlight war der Moment als jeder das weiche, samtige Federkleid von Charlie - der völlig gelassenen blieb! - ganz vorsichtig streicheln durfte.
Bei der Verabschiedungsrunde fiel das Fazit der Teilnehmer durchweg sehr positiv aus.
Bestimmt wird der eine oder andere seinen Kindern und Enkeln etwas über die faszinierenden, in freier Wildbahn selten gesichteten Eulen erzählen ...
Sabine Thielert vom AWO Kreisverband Neuwied bedankte sich bei der Neuwieder Bürgerstiftung, vertreten durch Karin Stahl-Wittlich. Durch die monetäre Förderung, die Initiative und das Engagement der Stiftung (mehr unter www.nwd-bs.de) wurde die Veranstaltung maßgeblich ermöglicht.
Ganz besonderer Dank ging an Waldpädagogin Victoria Mayer für die liebevolle, lebendige und fachkundige Gestaltung der Veranstaltung.
Mit „Charlie“ und den vielfältigen Mitmachangeboten wurde den Teilnehmenden ein ganz besonderer Tag mit bleibenden Eindrücken und Erlebnissen geschenkt.





